Mir ist es jedenfalls bisher nicht aufgefallen.
Mir ist es jedenfalls bisher nicht aufgefallen.
Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal
Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.
Achtung Spoiler:
Bemerkungen/ Gedanken:
- Die vier deutschen Übersetzungen, die ich vor mir liegen habe, unterscheiden sich in diesem Lied-Abschnitt deutlich voneinander (z.B. "Angst kam die Philister an" (Luther), "Angst ergriff Philistäas Bewohner" (Elberfelder), "Angst befiel die Bewohner des Philisterlandes" (Menge), "die Philister packte das Schütteln" (EU)). Normalerweise sind zumindest zwei oder drei Übersetzungen bei Wortwahl und Satzbau recht ähnlich - ein Indiz in den Texten dafür, dass diese Stellen wohl schwierig zu übersetzen sind.
- Wenn ich das Liedprinzip recht verstanden habe, ist
"Die Völker vernahmen’s und bebten, Angst befiel die Bewohner des Philisterlandes."
und
"Da erschraken die Fürsten von Edom,Zittern ergriff die Häuptlinge Moabs,"
ein solcher Parallelismus (in gewisser Weise synonym, aber da es um verschiedene Völker geht, ergibt sich eine übergreifende Aussage - also synthetisch...?)- In Vers 17 ("Du brachtest sie hinein...") verwenden EU und Elberfelder das Futur ("Du wirst sie hinbringen..."). In der Vulgata wird auch Futur ("introduces eos") verwendet. Interessant, da das die Perspektive des Liedes verändert.
- Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass ab Vers 18 das Lied vorbei ist. "Der HERR ist König immer und ewig!" klingt nach einem guten, feierlichen Schlusswort und danach wird der Stil wieder erzählend. Vers 21 gehört dann nochmal zum Lied. Diese eine Zeile fasst das Vorangegangene zusammen.
- Mirjam ist bislang nicht in Erscheinung getreten. Die Bedeutung des Namens ist nicht abschließend geklärt und reicht von "Meeresmyrrhe" (vielleicht, weil sie wie eine Pflanze aus den gespaltenen Fluten wuchs?) über "Erhabene", "Ungezähmte", "(von Gott) Geschenkte" bis "Fruchtbare". Mal schauen, welches Attribut noch gut zu ihr passen wird.
- Hätte man Vers 21 mit "[...] Singet dem Herrn! Hocherhaben ist er; Rosse und Reiter stieß er in Meer" übersetzt, hätte es sich gereimt.
- Das gespaltene Wasser ist nun ein Schilfmeer
. Die Wüste Sur solle auf der Sinai-Halbinsel liegen, was zu obigen Karten passen würde.
- Vers 24 triggert direkt einen Ohrwurm,...
- ..., Vers 25 klingt nach dem ersten Wasserfilter. Es gibt ja so Tabletten, die man ins Wasser werfen kann, um es wieder trinkbar zu machen.
- Elberfelder entscheidet sich dafür, Gott nicht zum "Arzt" zu machen (Vers 26), sondern zu dem, "der dich heilt". Im Lateinischen wird "sanator" verwendet, das ich in meinem Wörterbuch zwar nicht finde, aber eher in Richtung "heilender Arzt" stellen würde, als "praktizierender Arzt" (medicus).
- Die 12 hatten wir bei den Stämmen Israels, die 70 bei den Nachkommen Noahs.
Achtung Spoiler:
Bemerkungen/ Gedanken:
- Diese Israeliten sind auch nie zufrieden. Mimimi, wir werden versklavt! Mimimi, wir haben Durst! Mimimi, wir haben Hunger! Undankbares Pack
- Nach den Chlorrindenstücken gibt es jetzt Brotbomben. Im Prinzip kann man Krisenregionen heute immer noch so versorgen. Eröffnet für mich auch eine neue Dimension von "Brot für die Welt"; ich hatte bislang keine Ahnung, dass der Name auch eine Bibelreferenz enthalten könnte. Die wichtigste Frage lautet aber: ist das Sauerteigbrot?
- Die Bezeichnung "Versammlung" bei Elberfelder (die anderen benutzen (Volk-)Gemeinde) brachte mich ein wenig zum Schmunzeln.
- Sechst Tage, das weckt Erinnerungen an die Erschaffung der Welt: 6 Tage lang wird gearbeitet, am 7 ruht man und erntet die Früchte des Schaffens.
- Schön, wie Moses versucht, sich und Aaron aus der Schusslinie zu bringen. Schön ist auch, dass darauf geachtet wird, dass Aaron Moses' Sprachrohr ist
- Gott tritt abermals (nach der Wolkensäule) in Wolkengestalt auf. Ich habe den in meinen Bildern auch meist als Wolke versteckt. Ich wundere mich, ob das eine Art "natürliches" Gottesbild ist - ohne feste Form, über den Dingen und den (zumindest in trockenen Gegenden) wichtigen Regen bringend.
- Meine Interpretation des Brotsegens gefällt mir besser, als eine Art Raureifbrot, das plötzlich auf dem Boden liegt
- Das zweite Mose bleibt weiter sehr viel wundersamer, als das erste (bis auf den Anfang). Plagen, Zaubererduelle, Meeresspaltung, Brot- und Wasserwunder,...
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Achtung Spoiler:
Bemerkungen/ Gedanken:
- Ein Gomer soll eine Art Krug sein. Das ist mir auch schon ein paar mal aufgefallen, dass manche Übersetzungen die Begriffe beibehalten und andere sie anpassen. Sehr gut finde ich die Definition bei Wikipedia (Übersichtsseite zu Gomer): ein Hohlmaß für Manna.
- fühlt sich an, wie bei einer Fantasy-Sprache. Und Zauber-Gomer sind das auch noch.
- Was ist Manna für ein Brot, dass es nach einem Tag schlecht wird und Würmer anzieht?
Ich frage mich, ob es so eine Pflanze oder Speise tatsächlich gab. Was über die Manna-Laibe (oder Manna-Schnitten) bekannt wird:
- Fein, knusprig, körnig wie Reif
- Weiß
- Kann im Morgengrauen gesammelt werden
- Wird schlecht, wenn man es über Nacht aufbewahrt
- Schmilzt in der heißen Sonne
- Sieht aus wie Koriandersamen
- Schmeckt wie Honigkuchen
- Das lässt sich eins zu eins in einem DSA-Abenteuer einbauen, meine Spieler werden das eh nicht wissen
Im Rahmen der Geschichte schätze ich, dass es wieder eine Art Vertrauenssache ist: die Israeliten können Gott vertrauen, dass er für die Nahrung sorgt und müssen nicht aufheben.
- Ab jetzt wird Sabbat gefeiert.
Umgekehrt wurde vorher die ganze Woche durchgeackert. Heutzutage lässt sich beobachten, dass 30-Stunden-Woche und/oder 4-Tage-Woche diskutiert werden, weil man die Kapazitäten hat. Vielleicht war es damals ähnlich, dass man Techniken oder so entwickelt hat, die einem Arbeit abgenommen haben. Ich bin da ganz auf Seite des Herrn und für weniger Arbeit.
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Der Sabbat ist tatsächlich etwas Außergewöhnliches, weil er auch für Knechte, Mägde, Sklaven und sogar das Vieh galt. Und er scheint mir durchaus religiös motiviert zu sein, denn die griechisch-römische Ökonomie war sicher nicht weniger produktiv.
Aktuelle Storys:
Eine PAE Lernstory 2.0
[Satisfactory] noch mehr Pionierarbeit
[TES III] Die dunkle Lady läuft
[TES 3: Morrowind] Die kürzeste Morrowind Story des Forums. beendet
[EVE] Die Agenten des Cosmos beendet
Ältere Storys:
input -> output -> alles put
Achtung Spoiler:
Bemerkungen/ Gedanken:
- Merkwürdig, ich hab gestern die letzten 4 Verse von Kapitel 16 ausgelassen
(hab sie im vorigen Post dazugepackt)
- Dabei wird dort die Bundeslade angesprochen. Die kenne ich von Indiana Jones und den Nazis
- Außerdem wird die Dauer der Wanderschaft mit 40 Jahren beziffert. 40 war ja sowas wie Prüfung/ Wandel (in der einen Fassung dauerte die Sintflut genauso lange). Ich gehe auch sehr davon aus, dass die symbolische Bedeutung im Vordergrund steht. Die Sinai-Halbinsel umfasst laut Wikipedia 61.000km²; das ist etwas weniger als Bayern (70.500km²) und in so einem Gebiet 40 Jahre herumzuirren, ist schon ne Leistung.
Jetzt zu Kapitel 17:
- Bei kurzem Googlen bin ich bei der Suche nach der Wüste Sin auf die Wüste Zin gestoßen, die laut Bibelwissenschaft.de eine andere ist:
- Auf der Karte sieht man auch weitere mögliche Verortungen von Migdol und Schilfmeer. 40 Jahre...
- Wenn 40 Jahre mit Prüfung/ Erziehung zu tun haben, stellt sich bei Vers 2ff. die Frage, ob die gereicht haben - die Leute murren immer noch und haben kein Gottvertrauen.
- Moses Stab ist ja ein regelrechter Zauberstab. Warum haben die Indiana-Jones-Nazis eigentlich nicht den gesucht?
- Massa = Probe, Meriba = Streit (laut Einheitsübersetzung)
- Die Frage, ob der Herr "in [ihrer] Mitte" sei erinnert mich an eine der wenigen Bibelstellen, die ich kenne (weil Jesus offenbar NT), wo es heißt "Wenn nur zwei oder drei versammelt sind, in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Die Stelle kenne die nur aus einem Lied von Rainald Grebe, "Massenkompatibel", und sie hat sich, wie das Lied, bei mir eingebrannt (weiter geht es mit: "dieser Satz von Jesus, der war mir immer schon popelig erschienen"
); spannend, dass das "Unter den Leuten sein" hier schon auftaucht. Im Lateinischen steht an der Stelle btw "[...]estne Dominus in nobis an non". Das eröffnet noch viel mehr Deutungsmöglichkeiten (nobis sollte hier ein Ablativ sein):
- Räumlich: "in uns"
- Zeitlich: "während uns"
- "Unter uns"
- "Über/ Bei uns"
- Instrumental: "Mit/ Durch uns"
- Das unterstreicht die - in Frage gestellte - Allgegenwart Gottes gleich in mehrerlei Dimensionen: Gott ist wie ein Teil von uns, wie ein Begleiter bei uns, solange wir sind, wie ein Wächter(?) über uns und in unserem Wirken.
- Ein Kampf
- Josua bedeutet sowas wie "Gott ist Heil". Der Name nimmt also wieder vorweg, dass Gott den Israeliten im Kampf beistehen wird. Hur heißt "der Helle"; kenne ich nur von Ben Hur.
- Das Hochhalten der Hand lässt mich an einen Inder denken, der das für mehrere Jahre gemacht haben soll (https://www.focus.de/panorama/welt/b...aid_50675.html). Ich stelle es mir wie eine Antenne vor, mit der Mose Gott besser empfangen kann
Josua: heißt nicht nur Gott ist Heil, sondern auch Gott ist Rettung. Heil, Rettung, Erlösung sind in der Bibel (jedenfalls auf griechisch) das selbe Wort. Daher auch das Wort "Heiland" im Deutschen. Bedeutet sowas wie Retter/Erlöser. Wir verstehen unter Heil meist das (von Adolf Hitler pervertierte) Königsheil.
Außerdem gibts noch jemand, der den selben Namen hat: Jesus. Jehoschua - In Alten Testament wird es zu Josua, in Neuen Testament über das griechische Iesous zu Jesus.
Vers 14 Da hast du ne interessante Sache übersehen. "Schreibe dies zu dauernder Erinnerung in ein Buch und schärfe es dem Josua ein!" Hier gibt der Text einen ersten Hinweis darauf, woher die Bibeltexte kommen und wie sie entstanden sind. (Das heißt natürlich nicht, dass sie nicht hätten später noch überarbeitet werden könnten.) Man sieht hier auch schön, wie der Text entsteht: Gott gibt nicht jedes Wort minutiös vor, sondern Mose soll die Handlung an Josua weitergeben und zur Erinnerung aufschreiben. Das wird er mit eigenen Worten getan haben. Andererseits sind einige Worte direkt von Gott: "..., daß ich das Andenken an die Amalekiter unter dem Himmel ganz und gar austilgen werde!" Der Text legt nahe, dass in diesem Satz seine Aussagen direkt aufgeschrieben worden sind.
40 Jahre Wüstenwanderung: Die Zeitdauer hat einen besonderen Grund, den erfährt man im 4. Buch Mose, also vielleicht in einem halben Jahr. Ich will ja nicht spoilern...
Lokalisation: Ich vermute mit dem Schilfmeer ja den Golf von Akaba. Weil die Israeliten zum Berg ziehen, an dem Gott Mose begegnet ist. Und der liegt in Midian, welches auf der arabischen Halbinsel ist und nicht auf der Sinai-Halbinsel. Außerdem ist der Berg Moses auf dem Sinai kein Vulkan. (Wir werden noch sehen, warum das wichtig ist) Die Identifikation des Berges Gottes mit dem Dschebel Musa im Sinai halte ich für eine frühe Fehlinterpretation. Ich bin mir aber nicht 100% sicher, es gibt da viele Deutungsversuche. Der mit Nordarabien ist für mich blos am Schlüssigsten.
Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal
Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.
Fuuu... Ich hatte Vers 14 gelesen und war mir sicher, einen Witz in Richtung Selbstreferentialität geschrieben zu haben (Meta-Moses oder "man sieht ja, was draus geworden ist") und der ging dann unter, weil ich beim Zurückblättern festgestellt hab, dass ich gestern tatsächlich was übersehen hab![]()
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@ 40 Jahre
Der wahre Hintergrund für die 40 Jahre wird noch kommen
@ Kampf
Bis zum Einzug in Kanaan (der auch nicht kampflos abgehen wird (ich sag nur "RumgeEIere")) wird es noch einiges an kämpfen geben.
Aktuelle Storys:
Eine PAE Lernstory 2.0
[Satisfactory] noch mehr Pionierarbeit
[TES III] Die dunkle Lady läuft
[TES 3: Morrowind] Die kürzeste Morrowind Story des Forums. beendet
[EVE] Die Agenten des Cosmos beendet
Ältere Storys:
input -> output -> alles put
Über die Vier-Tage-Woche wird diskuriert, weil Linke sich immer nur wieder selbst zitieren und kaum Neues entwickeln. Die Arbeit wird nicht weniger, nur weil die Leute weniger lang arbeiten. Also kommt es zur Arbeitsverdichtung, da die gleiche Arbeit in kürzer Zeit erfolgen muss, mit den daraus resultierenden psychischen Problemen. Noch mehr zu reduzieren ist Quatsch.
Für griechisch-römische "Produktivität" empfehle ich mal das Buch "Imperium" von Robert Harris. Da geht es unter anderem um den Prozess gegen Verres von Cicero, der ja auch deshalb ein Problem für ihn war, weil ständig irgendwelche Feste waren, an dem das Gericht nicht tagte.
Die Juden waren beim Umgehen von Sabbatregeln auch schon immer kreativ. Bestimmte Sachen darf man zum Beispiel nur zu Hause machen. Zu Hause ist definiert als abgegrenzter Bereich. Ziehe eine Mauer oder auch nur ein Seil um dein Viertel und alles ist Zu Hause und du kannst wieder machen was du willst. Zumindest so grob läuft das.
6 Tage arbeiten und am Siebten ruhen wird ja auch exakt von der Schöpfung abgeleitet
Abschließend eine vollständige Liste aller Worte der Bibel, die von Gott selbst stammen:
Die CSU irrt sich schon deutlich mehr als 40 Jahre in Bayern herumDie Sinai-Halbinsel umfasst laut Wikipedia 61.000km²; das ist etwas weniger als Bayern (70.500km²) und in so einem Gebiet 40 Jahre herumzuirren, ist schon ne Leistung.
Und Bayern ist noch nicht mal ne Wüste![]()
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Moment Mal! Steht das da in Futur oder Gegenwart? Letzteres wäre ein Anachronismus, denn die Gesetzestafeln und die Bundeslade kommen doch erst noch.Nach dem Befehl, den der HERR dem Mose gegeben hatte, stellte Aaron (den Krug später) vor die Gesetzestafeln in der Bundeslade zur Aufbewahrung.Das haben die doch jetzt noch gar nicht...
edit: und wer ist eigentlich Hur? Wurde der schon vorgestellt?
Robert Harris würde ich jetzt nicht wirklich als Referenz heranziehen, und es ist nun einmal ein Unterschied, ob nur die Oberschicht oder die Vollbürger einen freien Tag bekommen oder auch die Nichtbürger und Sklaven. Das ist mit steigender Produktivität nicht zu erklären, sondern ein Ausdruck moralischen Denkens.
Der Sabbat scheint mir tatsächlich eine wichtige Errungenschaft des jüdischen Glaubens zu sein, und selbst "Nichtlinke" und nichtreligiöse Menschen unserer Zeit werden wohl nur selten zu einer Siebentage-Arbeitswoche übergehen wollen.