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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #481
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    14. Dezember 1706: Ein kanarischer Gesandter trifft in Oiapoque ein, wird von den adligen Gutsbesitzern, die dort über die entscheidende Stimme verfügen, aber sofort aus Aufrührer verhaftet. Offenbar fand man bei ihm einige der Flugschriften, die bereits seit Anfang des letzten Monats in der Region verteilt werden und denen man eine Stärkung rebellierender Bauern vorwirft. Ein ähnliches Schicksal trifft wenig später einen Agenten der CBCA, der in der Nähe von Cundinamarca mit solchen Flugschriften unterwegs war und vermutlich nicht wusste, dass die Revolte dort bereits wieder unterdrückt worden ist.


    16. Dezember 1706: Die französische Krone macht der Pariser Handwerkerschaft ein neues, verbessertes Angebot, nachdem die Gildenmeister ihre Unterstützung signalisiert hatten. Es wird im frisch von den Rebellen gewählten Rat der Hauptstadt in den folgenden Wochen mit Beteiligung der Zünfte und Vertretern der Minoriten intensiv diskutiert. Ein Ergebnis wird aber erst im kommenden Jahr erwartet.


    17. Dezember 1706: Kronprinz Schinab bittet den kanarischen Adel und die Hofverwaltung um eine Einschätzung, welche finanziellen Entschädigungen für eine vollständige Befreiung aller Leibeigenen in Stadt und Land gezahlt werden sollten. Da diese auf den Plantagen und in anderen Wirtschaftsbereichen recht verschiedene Aufgaben übernommen haben und es natürlich auch große Leistungsunterschiede zwischen den Altersgruppen gibt, dürfte diese Berechnung nicht ganz leicht sein und auf jeden Fall auch von politischen Interessen und Kräfteverhältnissen geprägt werden. Adel, Klerus und Kaufleute der Inseln bilden rasch Ausschüsse, in welchen man über die möglichen Summen berät. Diese sollen schließlich Mitte 1707 einen gemeinsamen Vorschlag einbringen.

  2. #482
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    20. Dezember 1706: König Robert IV. von Schottland bietet den Bauern an, die Frondienste im Land mit Geldzahlungen abzulösen und schlägt den städtischen Handwerkern vor, eine geringfügige Änderung der kommunalen Ämterverteilung und eine mildtätige Stiftung oder Einrichtung vorzunehmen. Ähnlich wie in Frankreich treten daher Rebellenräte zusammen, um das Angebot zu prüfen.


    21. Dezember 1706: Großkhan Putraq VI. ruft nach der Rückkehr seines Neffen Yesun Khan den großen Rat zusammen, um über die Nachrichten aus der neuen Welt zu beraten. Zwar hat sich die Gefangennahme Tohtus V. noch nicht bis nach Dagomys herumgesprochen, so dass man die Situation in der früheren Hauptstadt des Gesamtreiches vermutlich eher noch zu positiv einschätzt; allerdings lösen auch die bisher bekannten Unruhen und militärischen Probleme große Sorge aus, so dass man beschließt, trotz des Winters zwei schnelle Schiffe nach Nord- und Südamerika zu entsenden.


    22. Dezember 1706: Großkhan Kabul I. (Quito) ruft den Kuriltai seines Reichsteiles in die im südamerikanischen Sommer gut erreichbare Kanalstadt Yunushafen zusammen und lädt die Vertreter der revoltierenden Gebiete mit ein, um eine friedliche Lösung zu finden. Da dort in vielen Fällen wieder eine gewisse Ordnung eingekehrt ist, entsenden die Adligen der neuen freien Khanate tatsächlich einige Vertreter dorthin. Auch die rebellierenden Leibeigenen im Landesinneren sind durch einige Äbte aus der Region vertreten, die Kabul ausdrücklich als ihre Fürsprecher anerkannt hat. Da die Revolte in der Region Cundinamarca und am Kanal mittlerweile unterdrückt wurde, hat auch der Großkhan wieder eine etwas stärkere Stellung gewonnen, doch angesichts der Krise in Nordamerika und der schweren Niederlagen seiner jungen Vertrauten im Norden und Süden der revoltierenden Gebiete dürfte ein Kompromiss die beste Chance auf ein schnelles Kriegsende bieten.
    Geändert von Jon Snow (26. September 2024 um 17:03 Uhr)

  3. #483
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    25. Dezember 1706: Am Weihnachtstag nutzen einige Kleriker in den revoltierenden Städten und Dörfern die Gelegenheit, Jesus als Kind einer armen, aber doch gläubigen, gottgefälligen Familie zu deuten. Wie damals müssten die Mächtigen sich 1707 entscheiden, ob sie den Weg des Herodes oder denjenigen der Sterndeuter zu wählen beabsichtigten.


    28. Dezember 1706: Zum Ende des Heiligen Compostelanischen Jahres schließen Erzbischof und König die Heilige Pforte, die sie am Dreikönigstag geöffnet hatten, gemeinsam wieder und beenden so dieses besondere und europaweit beachtete Festjahr. Die galicischen Stände äußern sich sehr positiv über die Feierlichkeiten und die Gäste aus aller Welt. Überdies darf man hoffen, dass sich der Ruf des Landes vielerorts verbreitet hat.


    28. Dezember 1706: Der Kuriltai des Großkhanats Shikawo tritt in Muwekma zusammen, wo Vertreter der loyalistischen wie der rebellischen Satrapien sich gegenseitig freies Geleit und eine ehrenvolle Behandlung zusichern. Mittlerweile ist auch bekannt geworden, dass Quito eine ähnliche Lösung der Krise anstrebt, um einen vollständigen Zerfall des Teilreiches zu vermeiden. Großkhan Tohtu V. befindet sich noch in der Hand der Rebellen des Khanats Neu-Sarai, was seine Verhandlungsposition deutlich schwächt. Zudem hat sich der in der Hauptstadt eingesetzte Kronrat mittlerweile weitgehend aufgelöst.

  4. #484
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    29. Dezember 1706: Ein Artikel der bairischen Klosterbothin über die „Gruber Schlosskatze“ Hilderich IV. findet in diesem kalten Winter große öffentliche Aufmerksamkeit. Grundherr Elkim von Rodin aus mongolisch-altmärkischem Adel kommt darin ausführlich zu Wort und berichtet von der Freude seiner ganzen Familie über die Zuchtkatze, die sie von der wohl finanziell überforderten Mongke-Tohu-Baldri-Familie übernommen hat. Es wäre nach den Worten des Schlossbesitzers eine schreckliche Vorstellung, wenn dem edlen Tier einmal ein Missgeschick begegnete oder es gar gestohlen würde. Zu Glück hätten sich mehrere kluge, wohlgesonnene Männer und Frauen aus der Region bereits nach dem Wohlergehen des kleinen Fellbündels erkundigt und ihre Hilfe angeboten, darunter ein Medicus, ein äußerst erfahrener Wildhüter und Katzenflüsterer und sogar ein Kenner alter Münzen, der wohl vorwiegend aus persönlichem Interesse erschienen sei. Daher werde man gewiss noch zahlreiche schöne Jahre mit Hilderich IV. erleben dürfen.


    31. Dezember 1706: Am letzten Tag des Jahres wählt die neu gegründete Konföderation an der Ostküste Nordamerikas den früheren Satrapen von Stekoa, den 49jährigen Hochadligen und Großgrundbesitzer Kütschüm Khan zum Vorsitzenden des Föderationsrates. Er steht für eine harte, unnachgiebige Haltung gegenüber den revoltierenden Bauern und hat zudem viel militärische Erfahrung. Anders als in den Khanaten Neu-Sarai, Musqueam und St. Ariuna soll im Osten Nordamerikas also wohl eine gewaltsame Lösung durchgesetzt werden.


    31. Dezember 1706: Ein sehr ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Die mongolische Welt scheint weiter an Kraft zu verlieren, zumal die Zukunft der amerikanischen Teilreiche höchst unsicher geworden ist und sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zahlreiche Gebiete an die Rebellen verlieren werden. Europa hat hingegen weiter aufgeholt, auch wenn es dort ebenfalls zu Unruhen von Bauern, Handwerkern und städtischen Unterschichten kam. Die Reaktionen darauf sind recht unterschiedlich: Während sich Frankreich und Burgund klar gegen Zugeständnisse an die Leibeigenen aussprachen und nur die Handwerker als echte Ansprechpartner anerkannten, bemühten sich Ungarn, Westfalen, Schottland, das Kalifat, Italien und die Kanaren um eine eher einvernehmliche Lösung, wobei Ungarn mittlerweile auch eine striktere Haltung vertritt. In vielen Ländern gibt es zudem besondere Reaktionen: So entschied sich der englische König, seine Politik auf der Insel an Schottland, auf dem der französischen Krone unterstellten Festland aber an Gent und Paris auszurichten. Der König der Kalmarer Union nutzte wiederum die Gelegenheit, den Klerus öffentlich zur Loyalität zu mahnen und die Neuverteilung der norwegischen Staatseinnahmen zu fordern, stellte sich ansonsten aber klar auf die Seite des Adels. Die Eidgenossenschaft, die Hanse und Schwaben lassen den Dingen in ihren Vasallengebieten hingegen noch ihren Lauf, da der dortige Adel und die Oberhirten des Erzbistums Köln und des Bistums Konstanz sie bislang nicht um ihre Hilfe gebeten haben. Böhmen, Hessen, Baiern, Brandenburg, die Pfalzgrafschaft, Irland, der Deutsche Orden, die Zisterzienser vom Heiligen Nikolaus, Galicien, der Heilige Stuhl und das Khanat Hellas sind zum Jahresende hin noch gar nicht von Bauernunruhen betroffen, auch wenn diese natürlich trotzdem ein Thema im Land sind und manchmal als Anlass zu einer vorsichtigen Reformpolitik angesehen werden. Die Zukunft Europas verspricht aus Sicht vieler Gelehrter also spannend zu werden.

  5. #485
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    1. Januar 1707: Der neue Papst Laurentius I. erläutert den versammelten Kardinälen und den Vertretern des römischen Adels seinen Namen und kündigt außerdem an, eine Rundreise im weltlichen Besitz des Heiligen Stuhles unternehmen zu wollen. Im Hinblick auf die Unruhen in Europa und Amerika ruft er zur Besonnenheit und zu einer friedlichen Lösung auf. Zwar könne er Aufruhr, Raub und Mord niemals gutheißen, doch habe schon der heilige Märtyrer Laurentius die Armen als den eigentlichen Schatz der Kirche bezeichnet.


    1. Januar 1707: Die französisch-burgundische Allianz kündigt die Einrichtung eines von den beiden Mächten getragenen Generalstabs zur Aufstandsbekämpfung an. Einige militärisch erfahrene Adlige schlagen ihnen aber vor, die einzelnen Feldlager eigenständig operieren zu lassen, da man sonst zu viel Zeit mit dem Hin- und Herschicken von Boten verlieren würde. Man könne ja trotzdem darauf achten, dass die jeweils andere Seite rasch und umfassend informiert werde.


    1.-31. Januar 1707:
    Die Bauernrevolten und Handwerkeraufstände in den Großkhanaten Quito und Shikawo halten an. In Nordamerika versuchen die Konföderierten Satrapien im Südosten, den Aufstand mit Gewalt zu unterdrücken, während man in Musqueam und St. Ariuna auf einen Kompromiss setzt, der eine langsame Befreiung vorsieht. Auch hier geben die Bauern bislang aber noch nicht auf. Nur im Khanat Neu-Sarai endeten die Unruhen nach der Bauernbefreiung bereits zum Jahreswechsel, allerdings könnten hier wirtschaftliche und organisatorische Schwierigkeiten entstehen. In Südamerika verhärteten sich die Fronten sogar noch deutlich stärker. Die rebellierenden Khanate werden in aller Regel von großen Plantagenbesitzern dominiert, die keinesfalls auf ihre Leibeigenen verzichten wollen, während im Landesinneren vielfach eine wilde Bauernbefreiung begonnen hat.

  6. #486
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    3.-22. Januar 1707: Im Lauf des Monats treffen mehrere kanarische Gesandte in Südamerika ein, um mit Vertretern der rebellierenden Khanate und Bünde zu sprechen. Da sie nicht über genaue Kenntnisse der sich ohnehin schnell wandelnden Verhältnisse verfügen, sind sie aber häufig am falschen Ort, um Entscheidungsträger zu treffen. Manchmal hält man sie auch für Spione und verhaftet sie. Von zwei Gesandten fehlt sogar jede Spur, nachdem sie die Küste verlassen haben. Beim Apinajé-Bund, der von revoltierenden Leibeigenen getragen wird, heißt man den dorthin entsandten Diplomaten aber freundlich willkommen, so dass im Landesinneren ein erster Kontakt aufgebaut werden kann.


    4. Januar 1707: Das Khanat Hellas kündigt an, künftig auf außerordentliche Frondienste für Bauprojekte zu verzichten. Da Ibrahim I. dies auch in gesetzlicher Form bestätigt und durch Ausrufer bekannt machen lässt, dürfte die Unruhe im Land damit leicht zurückgehen, sobald sich die Information unter den Leibeigenen verbreitet.


    6. Januar 1707: Am Dreikönigstag feiert Großkhan Ashoka I. (Debul) zunächst die Messe in der Kathedrale seiner Hauptstadt mit. Danach geleitet ihn der Erzbischof auf eine große Balustrade, wo er sich dem Volk zeigt und von einem Hofbeamten abgewogen wird. Nach der Tradition des Maurya- und des Gupta-Reiches lässt er danach dieses Gewicht in Gold herbeiholen und an die Armen verteilen. Diese Form der Herrschaftsrepräsentation soll offenbar an die vormongolischen indischen Reiche anknüpfen und das Großkhanat im regionalen Adel und beim einfachen Volk besser verwurzeln, um Entwicklungen wie in Amerika abzuwenden.

  7. #487
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    7. Januar 1707: Der Deutsche Orden gibt bekannt, dass er 4000 Mann SR und 1100 Mann SI bei Stockholm und Stralsund zusammenziehen werde, um in enger Absprache mit Benedikt I. die bestehende, zweifellos von Gott so gewünschte Ordnung im Heiligen Römischen Reich und in anderen befreundeten Staaten zu schützen. Der Transport der schwedischen Ritter über die Ostsee ist aber noch nicht konkret vereinbart worden.


    8. Januar 1707: Ein Agent des Kalifen wirbt zusätzliche Söldner in Cádiz an. Da man dort aber keine SR-Minghan zur Verfügung stellen kann, werden diese in Konstantinopel unter Vertrag genommen. Sie sollen so schnell wie möglich nach Westen zu reisen, sobald das Wetter es zulässt, was im Mittelmeerraum erfahrungsgemäß bereits im Februar der Fall ist.


    9. Januar 1707: Das schottische Parlament stimmt unter dem Druck der Aufstände in beiden großen Städten des Landes (Glasgow und Edinburgh) sowie der Festung Duns grundsätzlich der Ablösung aller im Land bestehender Fronpflichten zu. Diese soll mit Hilfe der erheblichen Mittel der neuen Bauernkasse vorbereitet und in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Ein derart weitgehendes Zugeständnis des Adels kann aber vermutlich in anderen Ländern nicht (zumindest aber noch nicht) erwartet werden. Zugleich bestätigt man die Einberufung zusätzlicher Truppen durch Robert IV. um möglichen Widerstand zur Not militärisch zu überwinden. Außerdem müssen die genaueren Modalitäten noch festgelegt werden.

  8. #488
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    12. Januar 1707: Der kanarische Kuriltai tritt erneut zusammen, um über den Vorschlag des Kronprinzen Schinab Khan zu diskutieren. Dieser tritt dafür ein, dass die Leibeigenschaft auf den Inseln „verboten, abgeschafft und verboten“ werden soll, was zweifellos ein bewusstes Stilmittel darstellt, das seine Entschlossenheit unterstreicht. Eine Kommission aller Stände wird daraufhin nach La Palma geschickt, wo sie im Badepalast bleiben muss, bis dort eine Einigung erzielt worden ist. Mit Beginn der sicheren Seefahrt sollen daher von allen Inseln Delegierte nach Westen segeln, um an der Kommission teilnehmen zu können.


    15. Januar 1707: Angesichts der Unruhen in Nordamerika entscheidet sich der nordische König Erik, die NHG aus dem Atlantik in den Ostseeraum zu verlegen, wo man auf eine größere Stabilität hoffen darf.


    17. Januar 1707: König Eduard VI. von England ruft eine einseitige Waffenruhe für die Insel und seine Festlandsbesitzungen aus, um Abgesandte der Bauern und Handwerker persönlich empfangen und so nach einer friedlichen Lösung suchen zu können. Da der Monarch sich in Caen befindet, schlägt der Hof vor, auch dort mit den Rebellen zu verhandeln. Wenn man die Bauern und Handwerker als Ansprechpartner anerkenne, sei es ja auch problemlos möglich, sie auf Schiffen der Krone aus England zum König zu bringen, um die Gespräche möglichst zu beschleunigen.

  9. #489
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    24. Januar 1707: In der Genter Residenz, die weiter von den vor der Stadt im Winterquartier liegenden Reitertruppen geschützt wird, tritt ein um Vertreter der Handelsgilden erweiterter Kronrat unter Leitung Johanns X. zusammen. Dieser blickt auf das Jahr voraus und rät dem Adel zu einem harten, aber nicht unbarmherzigen Vorgehen, das besonders die Arbeitskraft der Leibeigenen schützen soll. Die Handelsgilden werden erneut zu Kompromissen gedrängt, um in den Städten einen neuen Konsens zu finden. Zudem wird vorgeschlagen, die Steuern für Güter des täglichen Bedarfs zu senken, um die Unruhe rasch zu senken. Es ist aber noch unklar, ob es dazu kommen wird, da höhere Ausgleichssteuern auf andere Waren nicht so leicht einzutreiben sein werden. Der Herzog verspricht aber zumindest eine Amnestie für Rebellen, die vor Beginn der geplanten Offensive ihre Waffen niederlegen und denen keine schweren Verbrechen zur Last gelegt werden. Zudem kündigt Johann X. noch an, dass zwei Söldnerminghan aus Lüttich unter Vertrag genommen wurden, um die Revolten schnell zu unterdrücken.


    27. Januar 1707: Auf dem Kuriltai zu Yunushafen unterzeichnet Großkhan Kabul I. von Quito einen von mehreren loyalen Satrapen und Hochadligen bestätigten Vertrag mit Vertretern von fünf mittlerweile zu freien Khanaten oder Bünden zusammengeschlossenen Gebieten, die alle an der Ostküste Südamerikas oder deren Hinterland liegen. Die Khanate Oiapoque, Tapuytapera, Tupinambá und Kara’iwa sowie der von Äbten und gewählten einheimischen Anführern geleitete Apinajé-Bund erhalten gegen einen kleinen Tribut die Freiheit verliehen. Zugleich werden die Grenzen zwischen den neuen Staaten sowie zwischen ihnen und dem Großkhanat festgelegt und für unverletzlich erklärt. Da der Apinajé-Bund die Leibeigenschaft aufgehoben hat, muss seine Bundesversammlung außerdem zusichern, keine flüchtenden Bauern aus den Khanaten und den Satrapien Quitos aufzunehmen. Der Vertrag gilt als Erfolg Kabuls I., da er damit zwar mehrere wohlhabende Satrapien an der Ostküste Südamerikas aufgeben muss, den Großteil seines Reiches aber zusammenhalten kann. Zudem zeigte sich, dass die ostasiatischen und afrikanischen Außengebiete noch über eine hohe Loyalität verfügen, denn dort kam es nicht zu Unabhängigkeitserklärungen. Möglicherweise spielte hier auch der Sieg auf Japan eine gewisse Rolle. Die revoltierenden Leibeigenen in den vier Khanaten und in den übrigen Satrapien westlich des Khanates Oiapoque und südlich des Khanats Kara’iwa werden nicht in den Vertrag integriert, so dass Quito und die führende Schicht der unabhängigen Reiche dort wohl einen militärischen Sieg anstreben werden.


    29. Januar 1707: Prinz Eugen trifft nach einem vorsichtigen Ritt durch das tief verschneite Oberbayern in Augsburg ein, wo sich der Sammlungspunkt für die kaiserliche Armee und zusätzliche Söldnerverbände befindet, die nach dem Einsetzen der Schneeschmelze dort erwartet werden.

  10. #490
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    31. Januar 1707: Auch in Nordamerika kommt es zu einem Kompromissfrieden zwischen den revoltierenden Satrapien und Großkhan Tohtu, der damit seine Freiheit wiedergewinnt. Die territorialen Verluste sind aber deutlich einschneidender als in Quito: Shikawo muss den drei Khanaten St. Ariuna, Neu-Sarai und Musqueam sowie der Konföderation an der Südostküste die vollständige Freiheit gewähren, wobei auch hier ein (allerdings nur symbolischer) Tribut festgelegt wird. Die Grenzen werden genau festgelegt und für unverletzlich erklärt. Einige Monate später schließen die Konföderation, St. Ariuna und Neu-Sarai auch Grenzverträge mit dem Großkhanat Quito ab, die im Fall von Neu-Sarai sogar einen kleinen zusätzlichen Gebietsgewinn erbringen. Die Krise in den beiden amerikanischen Teilreichen ist damit zunächst eingehegt worden, doch die erheblichen Gebietsverluste zeigen auch an, wie verletzlich die Großkhanate mancherorts mittlerweile geworden sind. Auch die von revoltierenden Bauern ausgehenden Unruhen dauern vielerorts noch an.


    1. Februar 1707: In der Nähe des traditionsreichen südafrikanischen Simbabwe, das schon seit vielen Jahren eine mittelgroße Goldmine betreibt, wurden in den letzten Monaten des vorigen Jahres beträchtliche neue Funde gemacht. Da man in Melaka fürchtet, dass die fast unabhängigen lokalen Kleinfürsten und Khane nur geringe Teile davon in die Staatskasse des Teilreiches abführen werden, ernennt Großkhan Batu V. einen erfahrenen General namens Jawas Khan zum Satrapen einer neu gegründeten südostafrikanischen Satrapie in Maputo.


    1. Februar 1707: Mit Inkrafttreten des Friedensvertrages flammen in ganz Nordamerika die Kämpfe zwischen den rebellierenden Leibeigenen und den jeweiligen Staaten wieder auf. Nur das Khanat Neu-Sarai bleibt zunächst verschont, da die dort führenden Handwerker trotz aller Bedenken einer vollständigen Bauernbefreiung zustimmten. An der Südostküste werden die Kämpfe hingegen (ähnlich wie in der Karibik und in Teilen Südamerikas) mit besonderer Härte geführt, weil Leibeigene und Plantagenbesitzer sich hier kompromisslos gegenüberstehen.

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